Di, Okt 17, 2017

Fast 16 Jahre ist es her, dass ich als junger Rucksacktourist, das erste Mal nach Thailand reiste. Was ich damals erleben durfte, ist ein Beispiel warum Thailand so AMAZING ist und warum ich der Meinung bin, dass die Menschen in Thailand zu den freundlichsten Menschen weltweit gehören.

Die Geschichte, die ich erzählen möchte, könnte ein kleines Taschenbuch füllen, doch versuche ich mich so kurz wie möglich zu fassen, was recht schwer wird, da es so einiges zu erzählen gibt. Ein guter Freund und ich sind im Januar 2001 für vier Monate nach Thailand gereist, ohne viel über Land und Leute zu wissen. Auch war unser Budget selbst für damalige Zeiten nicht besonders üppig. Wir waren also sehr darauf bedacht, so billig wie möglich zu leben. Auch wenn es vor 16 Jahren aus heutiger Sicht extrem billig war, war es für uns eine wirkliche Anstrengung mit maximal zehn Euro am Tag für zwei Personen auszukommen und da Essen, Unterkunft und Bus so wie Zug mit inbegriffen.

 

Ich will jetzt hier natürlich nicht die ganze Story der Überlebenskünstler erzählen, sondern eine ganz besondere Geschichte, die wir damals erleben durften. Angefangen hat alles auf Ko Phi Phi. Nach unseren ersten Woche, welche wir auf Koh Phangan verbrachten, machten wir uns auf den Weg nach Krabi und von dort aus mit dem Boot nach Ko Phi Phi. Angekommen mussten wir feststellen, dass es dort keine Bungalows für 50 Baht die Nacht gab. Das war damals unser maximales Budget für eine Unterkunft. Selbst nach einer langen Suche fanden wir nichts, und so entschlossen wir uns einfach am Strand zu schlafen.

 

Wir schlugen unser Moskitonetz unter einem Baum, direkt am Strand auf. Zwei Nächte schliefen wir dort ehe ein vorbeikommender Thailänder uns fragte, warum wir denn hier am Strand schlafen würden. Wir erzählten ihm, dass die Insel ein wenig zu teuer für uns ist, und ausserdem lieben wir es in freier Natur zu leben. Ohne lange zu überlegen, lud uns Ti (das war sein Name) zu sich ein. Gleich an der Nachbarsbucht bewachte Ti ein neu geplantes Resort. Zu dieser Zeit gab es nur ein Gebäude, dass Restaurant, was natürlich noch nicht auf war. Wir hatten also ein Bleibe gefunden, die direkt am Strand war und dazu noch kostenlos.

Am Anfang fühlten wir uns ein wenig unwohl, da die sonst so reichen Ausländer, sich nicht mal ein Dach über dem Kopf leisten können. Aber diese Gedanken waren schnell beiseite gelegt, da die Einladung wirklich von Herzen kam. Ti stellte uns dann seinen Freunden, den Fischersleuten, vor, welche gleich um die Ecke, in kleinen Bambushütten wohnten. Noch am selben Abend saßen wir alle bei einem Barbecue zusammen, genossen die gegenseitige Gesellschaft, aßen, tranken und sangen gemeinsam Lieder. Was ein wunderbarer Abend.

 

Am nächsten Tag fuhren wir mit unseren neuen Freunden zum fischen hinaus, um für den Abend wieder ausgestattet zu sein: ein neues Barbecue Fest erwartete uns. So ging das eigentlich jeden Tag soweit ich mich erinnern kann und es waren aufregende Tage. Wir alle konnten uns fast nur mit Händen und Füßen unterhalten, aber ich kann euch sagen, dass man selbst Witze auf diese Art und Weise wunderbar erzählen kann. An einem Tag fuhren wir sogar zu der berühmten Nachbarinsel Ko Phi Phi Le, die im Film The Beach vorkam.

Nach gut 2 Wochen, mussten wir die Insel erst einmal verlassen. Doch damit war die Geschichte noch nicht zu Ende. Es wird noch aufregender und beispielloser. Als wir Ti erzählten, dass wir noch nach Chiang Mai wollten, sagte er uns, dass er ursprünglich aus dieser Stadt ist und dort Familie und viele Freunde hat. Er drängelte uns regelrecht dazu, seinen besten Freund anzurufen, sobald wir angekommen sind. Er schrieb uns einen Brief, welchen wir seinem Freund zeigen sollten, sobald wir angekommen sind.

Ich möchte kurz sagen, dass wir nicht versuchten diese außergewöhnliche Gastfreundschaft auszunutzen, sondern diese Menschen sind einfach so gastfreundlich, und wir wollten auf diesem Wege das Land und Leute kennenlernen. Es gibt wohl keine andere Möglichkeit dies zu tun als mit und unter Thailändern.

 

Wir sind dann morgens gegen 6 Uhr in Chiang Mai angekommen und frühstückten erst einmal bevor wir Mister Sarti kontaktieren wollten. Trotzdem war es erst 7 Uhr als wir ihn anriefen, ein wenig früh. Un doch kam Mister Sarti eine halbe Stunde später am Bahnhof an und wir begrüßten uns alle sehr herzlich. Wir übergaben ihm den Brief und kaum hatte er ihn gelesen, erhielten wir eine Einladung bei ihm zu wohnen für unsere Zeit in Chiang Mai.

So erfuhren wir aus erster Hand ein wenig mehr über die Stadt, kochten thailändisch, fuhren auf den Doi Suthep und waren sogar zu einer Thai Hochzeit eingeladen. Es waren aufregende Tage, und es sollte noch besser kommen. Nach ein paar Tagen, stellte Mister Sarti uns seinen und Ti’s Freund Mister Nong vor. Mister Nong arbeitete damals für das King’s Project mit verschiedenen Bergvölkern und fragte uns ob wir ihn für 2 Wochen begleiten möchten. Da mussten wir nicht lange überlegen, und so ging es am nächsten Tag in die Berge.

 

Wir wohnten ohne fliessend Wasser und Strom in einem tollen Bambushaus und verbrachten zwei aufregende Wochen mit wahnsinnig tollen Menschen. Jeden Abend saßen wir zusammen, kochten gemeinsam, spielten Gitarre und sangen Lieder. Wir lernten die einfache Lebensart der Leute hier kennen und erfuhren mehr über das Projekt, welches besonders den Menschen in den Bergen hilft, ein besseres Leben zu führen. Dazu gehören Schulen für die Kinder, Anbau von „normalen“ Dingen und noch vieles mehr.

Gerne wären wir länger geblieben, aber unsere letzten Wochen wollten wir noch einmal nach Ko Phi Phi, wo alles seinen Anfang nahm. Es war auf jeden Fall eine der aufregendsten Thailand Reisen, welche ich unternommen habe. Heute, wo ich hier in Chiang Mai sitze und diesen Artikel schreibe, muss ich wieder einmal an all die tollen Menschen denken, die wir damals kennenlernen durften. Leider haben wir den Kontakt verloren und so wünsche ich mir, das mir einer dieser tollen Leute irgendwann hier begegnet und wir uns gemeinsam an diese tolle Zeit erinnern können.

P.S. – Ich habe versucht den Beitrag relativ kurz zu halten, auch wenn es noch mehr zu erzählen gegeben hätte. Bitte verzeiht mir auch die Qualität der Fotos, damals hatten wir keine wirklich gute Kamera.

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