In diesem Beitrag möchte ich mich einmal dem Buddhismus widmen. Eine Religion, welche in Südostasien sehr weit verbreitet ist und der man häufig im täglichen Leben begegnet. Viele Traveller wissen sehr wohl, dass der Buddhismus eine tragende Rolle im Leben der Menschen spielt, aber was steckt dahinter? Woher kommt diese Weltreligion? Und was bedeutet sie? 

Der Buddhismus ist eine Lehrtradition und Religion, die ihren Ursprung vor über 2500 Jahren im Norden Indiens hat. Heute gibt es gut 500 Millionen Anhänger – und so zählt der Buddhismus zu den grossen Religionen der Erde. In Südostasien ist der Buddhismus weit verbreitet und in Ländern wie Thailand, Myanmar, Laos und Kambodscha führt kein Weg an ihm vorbei. Der hier verbreitete Buddhismus gehört zur Theravada Richtung, der ursprünglichen, manchmal abwertend „kleines Fahrzeug“ genannten Lehre. Während der Mahayana Buddhismus (das „grosse Fahrzeug“) der nördlichen Länder China, Japan, Korea und Vietnam viele Wege zur Erlösung akzeptiert, orientieren sich die Lehren des Theravada Buddhismus streng an den überlieferten Pali Schriften.

Wer war Buddha?

m 563 vor unserer Zeitrechnung wurde in Lumbini, heute Süd Nepal, am Fuße des Himalayas ein Prinz geboren – Siddhartha Gautama. Seine Mutter Mahamaya, die sieben Tage nach der Geburt starb, hatte während ihrer Schwangerschaft einen Traum, dass ein silberweisser Elefant seitlich in ihren Körper eingedrungen war. Hindu Priester interpretierten dies als Hinweis auf die Geburt eines grossen Herrschers. Sein Vater, König Shuddhodana, erzog ihn zu seinem Nachfolger und umgab ihn mit allem Luxus.

Im Alter von 16 Jahren heiratete er seine Cousine, eine hübsche Prinzessin, die einen Sohn bekam. Dennoch blieb ihm das menschliche Leid nicht verborgen. Die Legende berichtet, dass er nach Anblick eines alten, eines kranken und eines toten Mannes an seinem 29. Geburtstag beschloss, den irdischen Genüssen zu entsagen und als Bettelmönch durch Nord Indien zu ziehen. Nach sechs Jahren der Besinnung und Selbstkasteiung erlangte er in einer Vollmondnacht 528 vor unserer Zeitrechnung während einer Meditation unter einem Bodhi Baum im heutigen Bodh Gaya die Erleuchtung, das Erwachen (bodhi).

Er begann, im Hirschpark Isipatana nahe Varanasi, den ersten fünf Jüngern seine Erkenntnis von den Vier Edlen Wahrheiten darzulegen: vom Leiden (dhukha), seiner Ursache (samudaya), der Aufhebung des Leidens (nirodha) und dem Weg dorthin über den Achtfältigen Pfad (ashtangika-marga).

Die Legende berichtet, dass Buddha 500 Lebenszyklen benötigte, um als Shakyamuni Buddha das Nirvana, die letzte Realität, zu erreichen. Diese Lehre von der Wahrheit (dharma) gab Buddha, der Erleuchtete, an seine Mönchsgemeinde (sangha) weiter, was im Buddhismus als die Drei Kostbarkeiten bezeichnet wird. Er verbreitete zusammen mit seinen Jüngern in vielen Städten des Ganges Tales seine Erkenntnis, bis er im Alter von 80 Jahren starb.

Die Lehre

Die Überwindung des menschlichen Leidens erreicht man weder durch Selbstkasteiung noch durch ein ausschweifendes Leben, sondern auf dem „Mittleren Weg“. Da sich die Welt in ständiger Veränderung befindet, kann es keine unveränderlichen Dinge – aus Altem entspringt ständig etwas Neues, das durch das Vorangegangene bedingt ist. Die menschliche Wirklichkeit beginnt schon mit der Geburt als ein schmerzhaftes Dasein, und Leiden bestimmt das weitere Leben bis zum Tod. Mit dem Tod ergibt sich die Möglichkeit der Wiedergeburt, die einen neuen Leidenszyklus einleitet. Nur die Erkenntnis vom Ursprung des Leidens und den Möglichkeiten seiner Veränderung erlaubt es dem Menschen, sich aus diesem Daseinskreislauf (samsara) zu befreien.

Der Ursprung allen Leidens liegt in der Begierde nach weltlichen Genüssen und der Unzulänglichkeit, Egoismus und Stolz, die Schwächen seines eigenen Egos, zu beherrschen. Wer ausschliesslich nach weltlichen Genüssen strebt, wird die zerstörerischen Kräfte von Hass, Gier, Begehren und Verblendung erfahren. Menschen sind Produkt ihrer Umwelt. Da sie durch individuelle Erfahrungen und Handlungen geprägt sind, sollten sie die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit nicht dem Zufall überlassen, sondern selbst in die Hand nehmen.

Das Ziel des geistigen Reifeprozesses liegt im Nirvana, in dem man sich von allen Voreingenommenheiten befreit hat. Mit der Loslösung von weltlichen Genüssen und egoistischen Bedürfnissen und dem Bemühen, geduldig, liebevoll, wohltätig, mitfühlend und gütig zu sein, wird man zufrieden und erreicht einen emotional positiven Zustand. Damit ist jeder Mensch in der Lage, zu einem höheren Wissen über den Zustand der Welt zu gelangen und sein Karma zu verbessern.

Dem Ziel nähert man sich durch ständiges Einüben der acht Regeln vom Edlen Achtfältigen Pfad:

Rechte Erkenntnis – indem man seine geistigen Fähigkeiten nutzt, um die wahren Probleme der menschlichen Existenz zu verstehen.

Rechtes Denken – ohne Hass, Zorn, Begierde, Grausamkeit und Stolz.

Rechte Rede – bei der man Lügen und eitle Selbstdarstellung meidet.

Rechte Tat – Mönche unterliegen strengeren Verhaltensregeln als Laien, die nicht töten, lügen und stehlen sowie Drogen und sexuelle Ausschweifungen meiden sollten.

Rechter Lebenserwerb – man soll sein Geld verdienen, ohne dabei anderen Menschen zu schaden.

Rechte Anstrengung – um mit seinem Willen und seiner Selbstbeherrschung eine unheilvolle geistige Verfassung zu überwinden.

Rechte Achtsamkeit – um durch Vertiefung und Meditation Selbstkenntnis zu erlangen.

Rechte Konzentration – damit man lernt, sich in Gedanken zu vertiefen ohne abzuschweifen.

Nur so nähert man sich dem Nirvana, dem vollendeten Zustand der Ruhe und des Glücks im Leersein jenseits der erfahrbaren räumlichen wie zeitlichen Realität.

Weit verbreitet ist auch der Geisterglaube. Neben der streng an den Pali Schriften orientierten Lehre wurden vom Volksglauben Geister, Einflüsse aus Mythologie, Erzählungen und Legenden aus vorbuddhistischer Zeit übernommen, was besonders in der religiösen Kunst und Literatur zum Ausdruck kommt. Geister mit unterschiedlichen Namen und Unheil verbreitende Seelen von Verstorbenen tauchen in nahezu jeder Seifenoper im Fernsehen auf. Neben jedem Haus wird für die Schutzgeister ein kleines „Geisterhäuschen“ errichtet. Selbst in buddhistischen Tempeln haben Amulettverkäufer und Handleser ihren festen Platz.

Prinzipiell sollte jeder die Religion seines Gastlandes respektieren, egal welche persönliche Meinung man darüber hat. Für die Menschen in diesen Länder ist der Buddhismus sehr wichtig und gehört zu ihrem täglichen Leben. Wer vor Ort noch mehr und ausführlicher über den Buddhismus wissen möchte, hat die Möglichkeit in einigen Tempeln mit Mönchen darüber zu reden. Sie geben gerne und bereitwillig Auskunft über die Lehren Buddhas.

Ich weiss das noch viel mehr hinter dem Buddhismus steckt und ich diesen Beitrag noch um einiges ergänzen könnte, ja vielleicht sogar müsste. Dennoch denke ich, dass hier die wichtigsten Elemente genannt werden.

       

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