Der 1980 gegründete Khao Sok Nationalpark zwischen der Andamanensee im Westen und dem Golf von Thailand im Osten bildet zusammen mit dem Khlong Saeng und Khlong Phanom National Park im Süden und dem Sri Phang Nga National Park im Westen einen rund 4400 km² grossen Naturpark. Zum größten Naturschutzgebiet in Thailands Süden steuert Khao Sok 739 km² bei. Auf zumeist 300-600 m Höhe verteilen sich Primärdschungel, Kalksteinformationen, Höhlen, Flüsse und Wasserfälle. Darüber erhebt sich der mit 960 m höchste Berg, der Khao Mok. Die hier häufig vorkommenden Karstfelsen prägen die gesamte Landschaft und Umgebung.

Der Khao Sok Park kann das ganze Jahr über bereist werden. Vom 1. Juli bis 14. September sind allerdings die Wasserfälle Sip et Chan, Bang Laep Nam, Tong Kloi und die Höhlen Nam Thalu, Seroo und Khang Cow (Fledermaushöhle) geschlossen. Heute leben im Khao Sok 48 Säugetierarten, darunter optimistischen Schätzungen zufolge auch Leoparden, Tiger, Bären und Elefanten. Hinzu kommen über 300 Vogelarten, von denen man viele sieht und hört. Die wissenschaftliche Erfassung der Reptilien, Amphibien und Insekten hat gerade erst begonnen. Wer sich für Pflanzen interessiert, stößt auf seltene Exemplare wie die Rafflesia. Auch die Langkow Palme mit einer grünen Ober- und silberweissen Unterseite ist nur im Khao Sok und auf Phuket zu finden.

Der Khao Sok National Park zählt zu den schönsten in ganz Thailand. Viele Traveller zieht es für einige Tage in dieses aufregende Naturgebiet, wo sie eine wunderbare Zeit verbringen. Die Möglichkeiten dafür sind recht zahlreich und man findet billige wie auch gehobenere Unterkünfte. Der Park liegt ausserdem sehr zentral gelegen, was es relativ leicht macht ihn zu erreichen. Ob von Phuket aus oder von den Inseln im Golf oder der Andamanensee, in ein paar Stunden ist man meist schon da.

Für Bewunderung sorgen auch die Erhabenheit der Karstfelsen, die Urwaldriesen mit ihren Stützwurzeln und der meterhohe Bambus. Makaken sind zu sehen, und der Ruf der Gibbons schallt durch den Wald. Chöre von Zikaden beginnen morgens und am sperrten Nachmittag einen Wettstreit, wer den schrillsten Ton hervorbringt. Neben Nashorn- und Eisvögeln, Schmetterlingen und Libellen leben hier Warane, Wildschweine, Otter, Eichhörnchen und Eidechsen. Wer sich mit einem Guide länger die Pirsch begibt und vom Touristenpfad entfernt, hat Chancen, auch größere Säugetiere zu erspähen.

Ein Wort zu den majestätischen Karstfelsen. Um die Entstehung dieser Riesen, für die der Khao Sok, die Pha Nga Bucht und die gesamte Umgebung von Krabi berühmt sind, zu erklären, muss man etwa 345 Mio. Jahre zurückgehen. Einst gab es hier riesige Korallenriffe, die durch Erosion von Sedimentgestein bedeckt wurden. Etwa 280 Mio. Jahre später (vor rund 65 Mio. Jahren) – das Sediment war durch Druck zu hartem Fels geworden – schob sich die indische unter die asiatische Erdplatte. Die Berge wuchsen in die Höhe. Zeitgleich ging der Meeresspiegel zurück. Noch heute befinden sich die Berge in Erosion, durch den Monsunregen und die Auswaschungen des Meeres entstehen immer neue Höhlen bzw. verschwinden, wenn ihr Dach einbricht.

Zwei Wanderwege sind vom Nationalparkbüro ausgeschildert. Der erste, 7 km lange Wanderweg führt an mehreren Wasserfällen entlang zum Ton Kloi Wasserfall. In der Monsunzeit lohnt nach 2,8 km ein Abstecher über den Fluss zum Wing Hin Wasserfall. 3,3 km hinter den Stromschnellen des Bang Hua Raed Wasserfalls gibt es einen Badeplatz namens Wang Yao. Auch der Bang Leap Nam Wasserfall, bei KM 4,5, hat einen natürlichen Pool zu bieten. Am letzten Wasserfall, dem Ton Kloi Wasserfall, sind oft Gibbons, Makaken, Nashornvögel und fliegende Eidechsen Gäste, wenn man sich im natürlichen Schwimmbecken abkühlt.

Die zweite, anspruchsvollere Route führt 4,5 km auf einem kleinen Pfad hinauf zum 11-stufigen Sip et Chan Wasserfall, in dessen Becken ebenfalls geschwommen werden kann. Der Anstieg ist anstrengend und kann dank sechs Flussüberquerungen in der Regenzeit eine nasse Angelegenheit werden. Dieser Weg ist recht verwahrlost, und nach Regenfällen gibt es viele lästige Blutegel. Unerfahrene Trekker sollten diesen Weg keinesfalls alleine gehen.

Zum Schluss noch ein wenig Info zu den Übernachtungsmöglichkeiten. Die meisten der zahlreichen Gasthäuser sind günstig und liegen vor dem Parkeingang. Aufgrund des feuchten Klimas werden viele Hütten nach und nach ersetzt, sodass sich oft verschiedene Materialien oder Stilrichtungen in einer Anlage finden. Wer ausserhalb der heissen Jahreszeit reist, sollte sich für die Nacht etwas Warmes einpacken. Selbst Hütten mit Ventilator haben meist Warmwasser. Manchmal verirren sich Dschungelbewohner in die Hütten, deshalb sollte man die vorhandenen Moskitonetze auch nutzen. Die Preise liegen so zwischen 250 und 800 Baht für einen Bungalow, je nach Ausstattung.

Die wohl beliebtesten Anlagen sind die Nationalpark Bungalows, welche alle am und auf dem Chiew Lan Stausee liegen. Diese kosten normalerweise 700 Baht pro Person mit 3 Mahlzeiten inclusive. Auch findet man auf dem See einige private und luxuriösere Anlagen für den ruhebedürftigen Urlauber. Wer nicht mit einer Mehr-Tagestour unterwegs ist, muss den Transport zu den schwimmenden Bungalows selbst organisieren.

       

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