Es ist zwar schon einige Jahre her, als ich den vielleicht berühmtesten Vulkan Asiens erstieg, aber selbst heute ist es mir noch in bester Erinnerung, so als wäre es erst gestern gewesen. Der Mount Rinjani auf Lombok (Indonesien) zählt zu den herausforderndsten Bergbesteigungen Südostasiens. Der Mount Rinjani ist mit fast 4000 m der zweithöchste Vulkan Indonesiens und der wohl schönste und atemberaubendste zugleich.

Zusammen mit Gurung Agung auf Bali und Bromo auf Java gehört der Mount Rinjani für die Balinesen zu den drei heiligen Bergen. Warum das so ist, kann man schnell selber feststellen, wenn man auf einem dieser drei Berge wandert. Alle, aber besonders Mount Rinjani, haben etwas mystisches an sich. An natürlicher Schönheit mangelt es keinem der drei. Ausserdem ist es wohl etwas besonderes einen noch immer aktiven Vulkan mal aus nächster Nähe betrachten zu können.

Zunächst gilt erst einmal eine gute Agentur für die Besteigung zu finden. Da es weder erlaubt ist, noch empfehlenswert, die Besteigung des Berges alleine durchzuführen, muss man sich also um einen erfahrenen Guide bemühen. Vor Ort wird man etliche Organisationen vorfinden, von denen jede behauptet, die beste zu sein. Ein wenig Recherche könnte hier nicht schaden, um auch sicher zu sein, die Spitze des Gurung Rinjani zu erreichen.

Dabei sollte man nicht geizig sein und nicht die erstbeste und billigste Agentur wählen. Wer mit der Idee der Besteigung des Mount Rinjani nach Lombok kommt, sollte vorher im Internet ein paar Informationen und Angebote suchen. Auch vor Ort kann man mit anderen Travellern reden, die die Besteigung erfolgreich erlebt haben. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, wie die Agentur hiess, die ich damals nutzte, aber wie gesagt – im Internet und vor Ort gibt es ausreichend Informationen um das ganze unvergesslich werden zu lassen.

Normalerweise ist die Besteigung des Berges eine drei Tages Tour und kostet um die 200 Euro pro Person. Darin sind dann auch schon die Parkgebühren und Verpflegung enthalten. Geschlafen wird normalerweise in Zelten, gibt dem ganzen noch mehr Abenteuer dazu. Wer möchte kann sich aber auch bis zu fünf Tagen Zeit lassen, um den Mount Rinjani zu erklimmen. Es ist auch in zwei Tagen möglich, doch denke ich, dass drei Tage am besten dafür geeignet sind. Die beste Jahreszeit für die Besteigung ist von August bis Dezember während der Trockenzeit.

Aufstieg zum Mount Rinjani Basislager – 2700 Meter

Da der Berg etwas entfernt von allem ist, muss man recht früh aufstehen, 5 Uhr morgens ist dafür eine gute Zeit. Am besten eignet sich dafür der Ort Senggigi, wo es viele Unterkünfte gibt. Man sollte sicher gehen, dass man eine Unterkunft mit angenehmen Schlafmöglichkeiten hat, denn Schlaf ist vor der Bergbesteigung wirklich wichtig. Ich muss wohl nicht wirklich erwähnen, dass das Rauchen und das trinken von Alkohol verboten ist während des Aufenthaltes im Naturpark.

Als erstes geht es dann zum Dorf Sembalum Lawang, wo man von seinen Guides die wichtigsten Details im Bezug auf die Wanderung der kommenden Tage erhält. Wie ihr wohl schon festgestellt habt, erzähle ich von den Erfahrungen, welche ich gemacht habe, andere Agenturen und Guides machen das ganze vielleicht ein wenig anderes.

Der erste Teil der Wanderung ist noch relativ einfach und die POS 1 hat man in gut einer Stunde erreicht. Der Weg zur POS 2 wird dann schon etwas beschwerlicher aufgrund der Höhe von gut 1500 Metern. Aber auch hier wird man seine Wanderstöcke noch nicht brauchen, das kommt erst noch. Nach einer kurzen Pause geht es weiter zu POS 3. Ab jetzt merkt man, dass der Sauerstoff knapper wird, was den Aufstieg schwerer macht. Aber immer dran denken, dass ein leckeres Mittagessen dort wartet.

Der weitere Aufstieg beginnt jetzt beschwerlicher zu werden und man wird schnell feststellen, dass es hier oben weit weniger Atemluft gibt, als man gewohnt ist. Es ist nicht ungewöhnlich von jetzt an nicht mehr so schnell zu laufen, wie man es vorher tat. Nach dem Mittagessen und einer kurzen Pause, geht es dann weiter zu POS 3. Ab jetzt kommen dann auch die Wanderstöcke zum Einsatz, und man bemerkt schnell, dass sie eine grossartige Hilfe sind. Von POS 3 ist es nur noch ein kleines Stück bis zum Rim Krater, wo das Zeltlager aufgeschlagen wird. Bis hier hat man dann jetzt schon gut 11 km hinter sich gebracht. Eine stolze Leistung. Man kommt meist gegen Nachmittag hier an und bemerkt schnell, wie kalt es wird, sobald die Sonne am Horizont verschwindet. Warme Kleidung ist also ein Muss.

Nach dem Aufbau der Zelte wird ein leckeres Abendessen zubereitet und man sitzt noch ein wenig beisammen bevor es früh am Abend zum schlafen geht. Die Nacht ist kurz, da man gegen 2 Uhr aufsteht, die Sachen packt und weiter zur Spitze des Berges wandert, welche noch ein paar Kilometer entfernt ist. So stellt man sicher einen der beeindruckendsten Sonnenaufgänge zu erleben.

Jetzt ist man also bei knapp 4000 Meter Höhe angekommen und kann eine einmalige und unvergessliche Aussicht geniessen. Selbst in einer Gruppe von mehr als 10 Leute, hört man in diesem Augenblick niemanden sprechen und es scheint fats, als ob man ganz allein hier oben wäre. Ein wirklich atemberaubender Moment – gut, Luft gibt es eh weniger als sonst (kleiner Spaß).

Nach einem tollen Aufenthalt und einem kräftigen Frühstück, geht es weiter mit der Wanderung, welche einen um den Krater herumführt und immer wieder beeindruckende Fotomotive hergibt. Man kommt dem noch immer aktiven Vulkan sehr nah und nicht selten sieht man die Rauchwolke, die über ihm hängt. Nach einem weiteren tollen Tag unterhalb des Gipfels, wird das Nachtlager aufgeschlagen und man geniesst die Zeit unter neu gewonnenen Freunden.

Am frühen Morgen macht man sich dann auf den Weg den Berg hinab zu steigen, was sich leicht anhört, es aber nicht wirklich ist. Jedenfalls die ersten Kilometer sind genau so anstrengend wie der Aufstieg. Nach ein paar Stunden hat man es dann aber geschafft und hat eines der aufregendsten Erfahrungen hinter sich gebracht. Ab diesem Punkt merkt man dann erst, wie müde der Körper ist, nach all den Anstrengungen und man ist froh etwas relaxen zu können.

Ich freu mich heute schon auf meinen nächsten Indonesien Besuch um diesen eindrucksvollen Berg noch einmal zu besteigen. Es ist einfach unbeschreiblich aufregend und gehört eigentlich zu einem Lombok Besuch dazu. Wenn es dann soweit ist, gibt es auf jeden Fall ein Video dazu. Ich wünsche jedem viel Spass, der sich dazu entschliesst, diesen mystischen Berg zu besteigen. Happy days!

       

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