Am 9. Februar 2017 war ich Kuala Lumpur unterwegs. Was ich nicht wusste aber bald rausfinden sollte, war der glückliche Zufall, dass genau zu diesem Zeitpunkt das hinduistische Feste Thaipusam zelebriert wurde. Ich hatte schon mal davon gehört und wollte es auch irgendwann mal sehen, doch wusste ich nie, wann es denn stattfindet. Da ich mich am Vortag entschied von Bangkok nach Kuala Lumpur zu fliegen, und ich dann dort erfuhr, dass Thaipusam am nächsten Tag zelebriert wird, kam endlich meine Chance einmal dabei zu sein.

Bevor ich meine Erfahrungen von diesem Tag mit dir teile, versuche ich mal zu erklären, was es mit diesem Fest auf sich hat.

Was ist Thaipusam?

Der Name Thaipusam setzt sich aus dem Wort Thai, welches sich auf den tamilischen Monat bezieht, auf dessen Vollmond das Fest fällt, und dem Wort Pusam, der Name des Sterns, der zu diesem Zeitpunkt seinen höchsten Stand erreicht. Im Jahr 2017 fiel Thaipusam auf den 9. Februar (oder 10, je nach Land) und Hindus in Tamil Nadu, Indien, sowie Tamil Hindus auf der ganzen Welt, wie zum Beispiel in Malaysia, Singapur, Sri Lanka oder Mauritius, kommen an diesem Tag zusammen. Damit gedenkt man an das Ereignis, als die Göttin Parvati ihrem Sohn, Lord Murugan, einen Speer übergab, um mit diesem den bösen asura oder Dämon Soorapadman zu besiegen und die himmlischen Kräfte in den Kampf zu führen bis zum Sieg. Lord Murugan ist auch der hinduistische Gott des Krieges.

Thaipusam 2017

Und was bei diesem Festival so alles passiert, kann ich vielleicht am besten beschreiben, indem ich dir meine Erfahrungen von diesem Tag hier erzähle. Wie gesagt, gibt es verschiedene Orte, wo man am Thaipusam dabei sein kann. Ich hatte das Glück zu diesem Zeitpunkt in Kuala Lumpur zu sein, von wo aus es nur ein paar Kilometer zu den bekannten Batu Caves ist.

Dieser Ort ist ein Pilgerort für Hindus, speziell zum Thaipusam. Hier findet man einen der größten Hindu Tempels des Landes, so wie eine über 40 Meter hohe Statue des Gottes Murugan. In vielen der hier vorhandenen Höhlen, findet man ausserdem Figuren und Schreine der Hindu Religion. Es ist einfach atemberaubend, was man an diesem tollen Ort alles bewundern kann. Und das nicht nur zum Thaipusam Fest. Allerdings ist es wohl um einiges spezieller, wenn man zur Zeit des Festes hier ist.

Als ich am Vortag in Kuala Lumpur ankam, wusste ich nicht einmal, dass das Fest am Tag danach gefeiert wird. Dank eines Taxifahrers, der mich nach Chinatown brachte und mir davon erzählte, erfuhr ich, dass ich zum richtigen Zeitpunkt nach Malaysias Hauptstadt kam. Das Fest scheint über mehrere Tage zu gehen, jedenfalls hier, aber am Tag meines Besuchs war es wohl der wichtigste von allen.

Nun gut, relativ früh ging es los und schon im Zug, der einen zu den Batu Caves bringt, konnte man schon merken, dass jede Menge Menschen unterwegs sein würden, denn er war rappelvoll. Übrigens fährt an den Tagen des Thaipusam der Zug 24 Stunden lang, man kann also zu jeder Zeit hin- und zurückfahren. Angekommen auf dem Gelände war das erste was ich sah, wie Leute allen Alters der Kopf geschoren wurde. Ich wollte natürlich wissen warum und fragte eine Frau, welche ich etwas später traf und sie erzählte mir, dass es ein heiliges Ritual ist und man seine Haare dem Gott opfert. Ich nehme an sie meinte Murugan.

Schon die ersten Minuten waren beeindruckend und ich freute mich wirklich hier zu sein. Ich lief jetzt mitten ins Getümmel hinein und kam zu der Ramayana Höhle. Hier muss man ein kleinen Eintritt zahlen, ich glaube es waren 5 Ringgit, also etwas mehr als 1 Euro. Es lohnt sich auf jeden Fall, denn in der Höhle gibt es einiges zu bestaunen. Links und Rechts stehen kleine und große Figuren und es sind wohl ganze Geschichten, die damit erzählt werden.

Jetzt machte ich mich auf den Weg, das eigentliche Spektakel zu sehen. Dort wo die große Murugan Statue steht und die Treppen hinauf zu den Batu Caves führen, war der Schauplatz schlechthin. Hier liefen tausende von Gläubigen hinauf zu den Höhlen, einige so wie ich und andere in einer ganz speziellen Form. Ich sah tanzende Menschen mit einer Art Gebilde, getragen von ihren Körpern, andere mit Haken im Rücken, welche Limonen oder sogar Kokosnüsse trugen, und wiederum andere, deren Seele vom Geist besucht wurde.

Diese Prozession startet von einem nahe gelegenen See, wo sich die Gläubigen noch einem rituellen und reinigenden Bad unterziehen. Von hier laufen sie dann los bis hinauf zu den Höhlen. Das sind gut und gerne 2 Kilometer. Für diesen Weg brauchen die meisten eine ziemlich lange Zeit, denn das vorwärts kommen ist nicht einfach, bei so einer riesigen Menschenmasse. Immer wieder begleiten Trommlergruppen, die Leute und fangen an, einen rhythmischen Sound anzustimmen und sogleich die Menschen zum tanzen anzuregen. Dieser rituelle Tanz gehört zum Lauf auf jeden Fall dazu, denn man sieht sie immer wieder sich im Kreis drehen und rhythmische Bewegungen zu den Trommelschlägen zu machen.

Leider bin ich an diesem Tag nicht bis hinauf zur Höhle gekommen, hätte es aber wirklich machen sollen. Naja, ich habe mir fest vorgenommen beim nächsten Mal wieder mit dabei zu sein und dann auch den ganzen Tag, denn am Abend soll es wohl noch besser und bedeutender sein. Kurz und knapp ist dieser Artikel geworden und spiegelt auch nicht alles wider, was ich an diesem Tag sehen durfte, man muss einfach mal dabei sein und es mit eigenen Augen sehen. Im Video hier unten sieht man etwas mehr und versteht wohl eher was ich sagen möchte. (lol) Ich freu mich schon auf das nächste Jahr, denn ich möchte auf jeden Fall noch einmal mit dabei sein. Happy days

       

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