Der Wat Rong Khun, besser bekannt als der weisse Tempel, ist eines der schönsten und bedeutendsten Bauwerke Thailands. Im hohen Norden, kurz vor den Toren Chiang Rais, liegt dieser außergewöhnliche Tempel, welcher jeden Tag eine grosse Anzahl an Besuchern anzieht. Schon von weitem erkennt man das markante Gebäude and seiner weissen Farbe und bestechenden Schönheit.

1996 wurde mit dem Bau des Tempels begonnen und noch heute befindet er sich in der Fertigstellung. Durch ein Erdbeben im Jahr 2014 wurden Teile des Bauwerks schwer beschädigt und war für eine kurze Zeit unzugänglich für die Besucher. Heute sind die meisten Schäden behoben und der Tempel befindet sich kurz vor der Fertigstellung. Der weisse Tempel gehört zweifelsohne zu den beeindruckendsten Bauwerken Thailands, was sich auch in den riesigen Menschenmassen, die tagtäglich kommen, widerspiegelt.

Schon am Eingang kommt man in den Genuss des Außergewöhnlichen. Im Gras liegt ein Predator Oberkörper und an den Bäumen hängen skurrile Masken mit langen weissen Haaren. Der ein oder andere wird sich vielleicht fragen was dies mit einem hinduistisch-buddhistisch geprägten Tempel zu tun haben könnte. Womöglich sollen diese Dinge die Außergewöhnlichkeit noch überzeugender rüberbringen. Es wird kein Eintritt erhoben wie bei vielen anderen Tempeln im Land aber eine kleine Spende für den Erhalt und Weiterbau sind gern gesehen. Wie in allen religiösen Gebäuden, sollte auch hier auf korrekte Kleidung geachtet werden. Am direkten Eingang gibt es aber noch Kleidungsstücke um die Köperregionen wie Schultern und Knie (bei Frauen) bedecken zu können.

Der vordere Teil des Tempels ist von einem angelegten Teich umgeben, in dem sich herrliche Fische tummeln. Man sieht sofort die wunderbar weisse und atemberaubend verzierte Brücke, welche über den Teich als Zugang zum inneren Teil des Tempels führt. Am Ansatz der Brücke wird man aber noch überrascht mit den detailgetreuen Nachbildungen von menschlichen Händen, welche aus dem Boden nach oben greifen.

Beim erklimmen der Brücke, fallen die beiden riesigen Wächterfiguren auf, die links und rechts den Weg säumen. Noch viele weitere kleine detailgetreuen Skulpturen begleiten den Besucher über den gesamten Weg bis hin zum Eingang des Tempels. Das Tempelgebäude selbst ist relativ klein gehalten, wenn man es mit anderen religiösen Bauwerken vergleicht.

Das beeindruckende im inneren des Tempels sind die Wandgemälde. Hier sind jetzt keine Fotos mehr erlaubt, deswegen versuche ich es ein wenig zu beschreiben. Neben hinduistischen und buddhistischen Malereien, schleichen sich immer wieder Figuren und Bauwerke der Neuzeit mit ein. So sieht man zum Beispiel Iron Man, Freddy Krueger, das World Trade Center, ein Raumschiff, Batman und noch viele andere fiktive Charakter. Sie sind so einmalig in das gesamte Kunstwerk eingearbeitet, dass man fast denken könnte, dass Fiktion zur Religion dazugehört. Es ist gar nicht so einfach, die Gesamteindrücke zu beschreiben, man muss es einfach selber gesehen haben.

Man kann um den Tempel auf einem Terrassenförmig angelegten Weg laufen und so die gesamte Schönheit und Feinarbeit begutachten. Wieder draussen im Vorbericht des Tempels, befinden sich noch ein wunderschöner Brunnen, in den die Menschen, wie auch bei uns üblich, Münzen in die Tiefe befördern. Mittlerweile kann man den Boden des Brunnen schon gar nicht mehr sehen, so voll ist er schon. Ein wenig weiter sieht man ein weiteres spektakuläres Gebäude, welches mit goldfarben bedeckt ist. Wer denkt hier gibt es ein weiteres Tempelgebäude, wird erstaunt sein, dass es „nur“ die Toiletten sind, welche perfekt ins fürstliche Gebilde passen.

Viele weitere spektakuläre Entdeckungen wird man bei einem Besuch des weissen Tempels machen können und sich in die detailgetreuen Arbeiten verlieben. Wer also im Norden Thailands unterwegs ist, sollte sich diese einmalige Chance nicht entgehen lassen, es lohnt sich wirklich. Auch wenn der Besuch selbst selten länger als ein oder zwei Stunden dauert, stellt er ein gewisses Highlight der Reise dar und bietet wunderschöne Fotomotive.

       

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