Ende Januar 2015 war ich eine Woche mit dem Motorrad unterwegs und habe den sogenannten Mae Hong Song Loop befahren. Allerdings auf Nebenstrassen, was dem ganzen einen besonderen Kick gab. Ein beeindruckender Moment war dabei der Besuch in einem Dorf der Long Neck Karen oder auch Giraffenhals-Frauen, eine Untergruppe des Karen Stammes.

Ich habe, bevor ich das Dorf besuchte, so einiges gehört und gelesen, das man Eintritt bezahlen muss um ins Dorf zu kommen und das es wie ein Zoo wäre und das selbst für jedes Foto extra gezahlt werden muss. Diese Informationen gibt es in den sogenannten Reiseführern. Nichts davon traf zu, weder Eintritt noch irgendwelche Kosten im Dorf selbst, vielleicht hatte ich aber auch Glück das ich mich genau für dieses eine Dorf entschieden habe, welches relativ abgelegen von Mae Hong Song liegt und auch nicht von den organisierten Touristen Touren besucht wird.

Von Mae Hong Song aus ging es Richtung Norden nach Nai Soi. Von dort aus sollte man dann so kleine Schilder sehen um in das Dorf zu gelangen. An einigen Kreuzungen fehlt das Schild, entweder man verlässt sich auf seine Intuition oder man fragt einfach mal nach. Irgendwann gehts dann nur noch auf einer Schotter Piste weiter, und nach ungefähr 15min später hat man das Dorf erreicht.

Man sieht sofort das die einzige Einnahmequelle der Einwohner der spärliche Tourismus sein muss, denn jedes Haus hatte seinen eigenen Stand mit selbst gemachten Kunsthandwerken. Erst einmal parkte ich das Bike und lief mal etwas im Dorf herum bis ich eine ältere Dame traf, die mich einlud mein Wasser bei ihr im Schatten zu trinken. Ihr Englisch war relativ gut und so dachte ich mir, sie doch einfach mal ein bisschen zu fragen, über ihr Dorf und die Geschichte ihrer Leute.

Heute leben noch genau 123 Menschen im Dorf. Viele andere konnten als international anerkannte Flüchtlinge, Asyl in anderen Ländern erhalten. Die Menschen die heute noch hier wohnen haben es um ein vielfaches leichter als vor noch 20 Jahren, und dennoch ist das Leben nicht einfach. Die meisten haben endlich einen thailändischen Pass und können jetzt legal nach Arbeit suchen, auch wenn das sicherlich schwer für sie ist, denn auch in Thailand haben die Karen unter Repressionen zu kämpfen.

So bleibt ihre Haupteinnahmequelle der Verkauf von selbstgefertigten Produkten, welche sie Tag für Tag den wenigen Touristen die in ihr Dorf kommen, anbieten. Trotz der vielen Schwierigkeiten und des eintönigen Lebens, wollen die meisten hier bleiben und vertrauen auf eine weitaus bessere Zukunft. Gerne wäre ich an diesem Tag noch länger geblieben um mehr erfahren zu können über die Geschichte dieses Dorfes und seiner Menschen.

Es war ein sehr interessanter Stopp auf meiner Reise in die Berge Thailands und ich hoffe eines Tages zurück kommen zu können mit viel mehr Zeit. Gerne würde ich mehr über die Geschichte der einzelnen Menschen erfahren und darüber berichten. Ich bin mir sicher, dass es bald dazu kommen wird und ein weiterer Besuch bei diesen tollen Leuten kurz bevor steht. Natürlich werde ich auch dann wieder davon berichten und vielleicht sogar die Möglichkeit haben einen interessantes und informatives Video machen zu dürfen.

       

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